DeCOVER II: Nutzertreffen im DLR zur Aktualisierung von Landnutzungsdaten

d881300f91Zu Beginn der zweiten Phase des nationalen Erdbeobachtungsdaten-Verbundprojektes DeCOVER fand am 10. November 2009 ein Nutzer-Workshop in der Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) statt. Hierzu kamen über 70 Teilnehmer aus staatlichen Einrichtungen, Wissenschaft und Wirtschaft in Bonn zusammen. Der Austausch mit potenziellen Nutzern aus Fachbehörden von Bund, Ländern und Kommunen, deren Anforderungen an Satelliten-Dienste und die Integration in bestehende Aufgaben standen im Mittelpunkt des Treffens.

Ziel von DeCOVER ist es, mit Hilfe von Satellitendaten bereits vorhandene Datensätze zur Landnutzung zu aktualisieren und um spezfische Informationen für die Fachbereiche Landwirtschaft und Naturschutz zu ergänzen. Die zuständigen Behörden benötigen solche aktuellen und flächendeckenden Informationen zur Erfüllung von Berichtspflichten für die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), die Wasserrahmen-Richtlinie und die Umsetzung der europäischen Agrarpolitik. Die in diesem Zusammenhang notwendigen, aber ressourcenintensiven Kartierungen sollen künftig durch DeCOVER mit Hilfe der Fernerkundung unterstützt und optimiert werden.

In der zweiten Projekpthase wird DeCOVER erstmals auf Daten der neuen Generation nationaler Erdbeobachtungs-Satelliten zugreifen können. Das optische Satellitensystem RapidEye beispielsweise ist in der Lage, mit seinen fünf Orbitern innerhalb einer Woche die Oberfläche Deutschlands mit einer Auflösung von rund sechs Metern komplett aufzeichnen und abzubilden. Der Radar-Satellit TerraSAR-X zeichnet auch bei Nacht und dichter Wolkendecke Erdoberflächendaten mit einer Auflösung von bis zu einem Meter pro Bildpunkt auf. In Kürze wird der nahezu baugleiche Satellit TanDEM-X im Formationsflug mit TerraSAR-X digitale Höhenmodelle in bislang unerreichter Qualität liefern.

Bei der Aktualisierung und Erweiterung von Landnutzungsdaten stehen die Zielsysteme CORINE Land Cover (CLC), das nationale Amtliche Topographisch-Kartographische Informationssystem (ATKIS®) sowie die Biotypen- und Nutzungstypenkartierungen (BNTK) der Bundesländer im Mittelpunkt. Im Bereich Naturschutz sollen die DeCOVER 2-Entwicklungen die Monitoring-Aufgaben der FFH-RL für das europäische Schutzgebiets-Netzwerk Natura2000 unterstützen.

Natura 2000 ist die Bezeichnung für ein zusammenhängendes Netz besonderer Schutzgebiete, das innerhalb der Europäischen Union errichtet wird. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten sowie  ihrer natürlichen Lebensräume. Das Natura 2000-Netzwerk umfasst Schutzgebiete, die nach der Flora-Fauna-Habitat- oder Vogelschutzrichtlinie geschützt sind.

Im Bereich Landwirtschaft geht es in erster Linie um das Monitoring von Kulturarten sowie die Unterstützung der Erfüllung von Umweltschutzauflagen der Landwirtschaft für die Cross Compliance-Verordnung.Die so genannte Cross-Compliance, auch Auflagenbindung genannt, ist ein Mechanismus, mit dem Direktzahlungen an Landwirte an die Erfüllung von Auflagen im Bereich Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzengesundheit, Tierschutz sowie den Erhalt landwirtschaftlicher Nutzfläche in gutem Bewirtschaftungs- und Umweltzustand gebunden sind.

Das Verbundprojekt DeCOVER ist Bestandteil der nationalen Umsetzung der Europäischen Initiative GMES (Global Monitoring of Environment and Security) und wird durch die DLR Raumfahrt-Agentur im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit Mitteln der Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Im Verbundprojekt arbeiten sechs Firmen und zwei Universitäten unter der Leitung der EFTAS GmbH zusammen.

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Autor: EFTAS GmbH

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